Hanna Sukare: „Schwedenreiter“. Buchpräsentation
Startdatum und Zeit: Mittwoch, 3. Oktober 2018 20:00
Kategorie:
Erwachsene
Ort: Stadt:Bibliothek Panoramabar
Beschreibung:


Foto von Hanna Sukkade2008 veröffentlicht Paul Schwedenreiters Heimatgemeinde Stumpf eine Ortschronik – sie bezeichnet die Wehrmachtsdeserteure des Ortes als „gefährliche Landplage“, als Retter des Ortes kürt die Chronik einen SS-Mann. In Stumpf hat die Zeit nicht geheilt. In Stumpf vergeht die Vergangenheit nicht. In Stumpf wird die Vergangenheit mit den Jahren bösartiger. 
Schwedenreiter stammt aus dem Innergebirge. Mit 18 Jahren übersiedelt er nach Wien. Er wird Brückenmeister, Leser und Bassist. Ins Innergebirge fährt er nur noch auf Besuch. 
Paul Schwedenreiters Großvater war einer der Deserteure. Paul Cover von Schwedenreiternimmt die Ortschronik nicht hin und geht ihren schlampigen Behauptungen nach. Er recherchiert die politische, berufliche und militärische Laufbahn des SS-Mannes. Seine Suche führt in die Kinderstube der zweiten österreichischen Republik. Sie hat sich nach dem Krieg auf Wunsch der Alliierten entnazifiziert. 
Der Umgang der jungen Republik mit ihren alten Nazis findet Jahrzehnte später auch in Stumpf seinen Nachhall. Jeder dort weiß, dass der SS-Mann ein führender Nazi gewesen ist, doch es stört kaum jemanden. Jahrzehnte nach dem Krieg stellt Stumpf die Geschichte auf den Kopf und errichtet in der Ortschronik eine Bühne für den SS-Mann, den Pranger für die Wehrmachtsdeserteure. Schwedenreiter, eine fiktive Figur, verstrickt sich unvermeidlich in die politischen Wirklichkeiten seiner Heimat. Schließlich trifft er eine Entscheidung …

Hanna Sukare, geboren 1957 in Freiburg im Breisgau, lebt seit ihrer Jugend meist in Wien; Studium Germanistik, Rechtswissenschaften, Ethnologie, 1991/92 Forschungsaufenthalt in Lissabon. Hanna Sukare war unter anderem als Journalistin, Redakteurin (Falter, Institut für Kulturstudien) und Wissenschaftslektorin tätig und beschäftigte sich in wissenschaftlichen Studien mit dem gesellschaftlichen Fundus des Fremden; seit 2001 ist sie freie Autorin. 2006 Nominierung ins Finale der Floriana, der oberösterreichischen Biennale für Literatur, 2008-2011 zahlreiche Recherche-Reisen nach Polen. Für ihren Debütroman „Staubzunge“ (erschienen 2015, wie „Schwedenreiter“, im Otto Müller Verlag Salzburg) erhielt die Autorin 2016 den Rauriser Literaturpreis und eine Nominierung auf die Shortlist für den ALPHA-Literaturpreis. 

Eintritt frei, Einlass ab 19:30 Uhr.
Anmeldung in der Stadt:Bibliothek an der Theke, e-mail: stadtbibliothek@stadt-salzburg.at, Tel. 0662 8072 2450