Ludwig Laher: Wo nur die Wiege stand. Buchpremiere: Lesung & Gespräch
Startdatum und Zeit: Donnerstag, 28. Februar 2019 19:30
Kategorie:
Erwachsene
Ort: Stadt:Bibliothek Panoramabar
Beschreibung:


Foto von Ludwig LaherDer österreichische Autor Ludwig Laher stellt sein neues Buch vor, druckfrisch aus dem Otto Müller Verlag Salzburg: „Wo nur die Wiege stand“ ist ein geistreich-kurzweiliger wie vielschichtiger literarischer Essay über früh verlassene Geburtshäuser Prominenter: von Adolf Hitler und Papst Benedikt XVI. über Albert Einstein, Robert Musil, Bert Brecht und Johann Sebastian Bach bis Engelbert Dollfuß und Rosa Luxemburg.

Cover von Wo nur die Wiege standModeration: Hannes Eichmann

Kaum 15 Kilometer liegen Braunau und Marktl voneinander entfernt. Gemeinsam ist beiden Orten am Inn, dass sie kurz Elternpaare mit Wickelkindern beherbergten, die Weltgeschichte machen sollten. Während Marktl versuchte, aus den ersten zwei Lebensjahren des deutschen Papstes möglichst viel Kapital zu schlagen, hadert Braunau mit seinem Schicksal, dauernd mit dem Winzling Adolf in Verbindung gebracht zu werden, der dort übers Windelfüllen doch nicht hinauskam. Ludwig Laher spürt in seinem Band u.a. der Frage nach, was es mit der viel beschworenen, kaum je aber nachvollziehbar begründeten Aura solcher Schauplätze auf sich hat. Wie gehen die Kommunen mit ihnen um, wie die Gedenkinstitutionen selbst? Welche Blüten treiben merkantile und/oder politische Erwägungen? Warum ziehen bloße Windelorte überhaupt Neugierige an? Und wie äußern sich die ehemaligen Windelträger selbst dazu, wenn sie es denn tun?

„Kompositorisch ist das Kunststück, auf der einen Ebene immer weitere Informationen mit oft köstlichen Anekdoten zu den Windelhäusern großer Geister zu bieten und auf der anderen die Reflexion über das Gedenken weiterzutreiben, prächtig gelungen. Es sind gleichsam zwei Kreise, die sich immer neu ineinanderschieben, das Erzählerische, Informative und das Nachdenkliche, Reflexive.“ (Karl-Markus Gauß)

Ludwig Laher, geboren 1955 in Linz, lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in St. Pantaleon/OÖ. und Wien; er schreibt u.a. Romane, Lyrik, Essays und Hörspiele, zuletzt erschienen der Gedichtband „was hält mich“ (2015), der Roman „Überführungsstücke“ (2016) sowie die von Laher besorgte Neuedition der Lyrik des Vormärzdichters Ferdinand Sauter „Durchgefühlt und ausgesagt“ (2017).

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Literaturhaus Salzburg und dem Otto Müller Verlag Salzburg.

Eintritt frei, Anmeldung in der Stadt:Bibliothek, e-mail: stadtbibliothek@stadt-salzburg.at,
Tel. 0662 8072 2450